Tabaksteuererhöhung ab 01.
März 2004
Ab Mitte März am Zigarettenautomaten: Die 4
€-Packung
Dieburg,
01.03.2004
Packungen im
Zigarettenautomaten kosten künftig 4 Euro. Dafür sind auch
bis zu vier Zigaretten mehr in der Packung enthalten
Wenn die Tabaksteuer am 01. März steigt,
ist dies die dritte von fünf geplanten Steuererhöhungen in
nur dreieinhalb Jahren. Der Preis für eine Standardschachtel
Zigaretten am Automaten wird dann 4 Euro, statt wie am Kiosk 3,20 bis
3,60 Euro, sein.
Im Gegenzug sind in den Automatenpackungen zukünftig auch mit
durchschnittlich 22 Zigaretten bis zu vier Zigaretten mehr enthalten
als in der Originalpackung. Der Stückpreis am Automaten und im
Kiosk bleibt somit - wie bisher auch - praktisch derselbe. Der Grund
für die verschiedenen Packungsgrößen und -preise:
Zigarettenautomaten können nur runde Beträge annehmen.
Eine andere Lösung kündigt sich
für die neuen "Big Packs" an, die üblicherweise 25 Stück
enthalten. Wer Münzen im Wert von fünf Euro einwirft,
erhält mit jeder Packung einen Münzbeipack mit Rückgeld
zurück.
Die Produktion der neuen Packungen beginnt in
diesen Tagen. Mitte März werden die Verbraucher dann die ersten
Vier-Euro-Packungen am Automaten vorfinden. Der Steueranteil auf den
Endverbraucherpreisen bei Fabrikzigaretten, bestehend aus Tabaksteuer
und Mehrwertsteuer, ist dann erneut gestiegen. Insgesamt wird die
Tabaksteuer bei Fabrikzigaretten innerhalb von dreieinhalb Jahren um
rund 70 Prozent ansteigen. In 2003 gingen von jeder Zigarette bereits
durchschnittlich 77 Prozent an den Fiskus, in 2000 waren es noch 69
Prozent. Die Tabaksteuer ist nach der Mineralölsteuer zweitbeste
Einnahmequelle des Bundes bei den Verbrauchssteuern.
Preiserhöhungen sind eine teure
Angelegenheit für den Tabakwarengroßhandel. Das Umstellen
der knapp 800.000 Zigarettenautomaten auf den jeweils neuen Preis
kostet die mittelständischen Unternehmen wie Weber nach
Verbandsschätzungen rund 10 Millionen Euro. Noch nicht
eingerechnet sind hierbei die Zinskosten für die um 30 Prozent
steigende Lagerfinanzierung. Hinzu kommt noch, daß wir in den
nächsten zweieinhalb Jahren wegen des neuen Jugendschutzgestezes
alle unsere Automaten GeldKarte-fähig machen müssen.
Dabei hat sich bereits die letzte
Steuererhöhung 2003 als Flop erwiesen:
Statt der erwarteten Milliarde Euro kamen tatsächlich nur gut 300
Mio. € mehr an Tabaksteuer beim Fiskus an. Wegen eienes Markteinbruchs
bei der Fabrikzigarette um 8,6 Prozent waren es dort lediglich 111 Mio.
Euro mehr. Zieht man von diesen 111 Mio. Euro die
Mehrwertsteuer-Mindereinnahmen durch den gesunkenen Zigarettenumsatz
ab, so sind 2003 im Saldo gerade einmal 40 Mio. Euro mehr Tabaksteuer
vond er wichtigsten Produktgruppe in der Staatskasse gelandet. Der
Markt ist stark angeschlagen, der Verbraucher weicht auf billigere
legale und illegale Versorgungsquellen aus. (Quelle: Statistisches
Bundesamt, "Netto-Bezug von Steuerzeichen im Berichtszeitraum".
Fachserie 14, Reihe 9.1.1).
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Willi Weber GmbH & Co. KG
Daniel Ludwig
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