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Erklärung Tabaksteuererhöhung Willi
Weber, Inhaber des gleichnamigen
Tabakwarengroßhandelsgeschäfts Willi Weber GmbH
& Co. KG in Dieburg macht sich Gedanken um seinen
Betrieb, die Arbeitsplätze und die Ertragskraft seiner Kunden. Am
01.07.03 hat in der SPD-Fraktion eine Mehrheit für ein Modell
einer Tabaksteuererhöhung votiert, das in drei Schritten einen
Anstieg von Tabak- und Mehrwertsteuer über einen Zeitraum von 18
Monaten in Höhe von insgesamt einem Euro vorsieht. Dieser Beschluss ist gegen das deutliche Votum der
Finanz- und Wirtschaftspolitiker gefasst worden. Das
steuerliche Mehraufkommen soll im Rahmen der Gesundheitsreform dazu
dienen, versicherungsfremde Leistungen aus den
Sozialversicherungssystemen herauszunehmen und über Steuern zu
finanzieren. Deshalb gehört diese Thematik nach unserer
Einschätzung untrennbar in die Konsensgespräche zur
Gesundheitsreform. Diese
Steuererhöhung stellt bei weitem die drastischste Maßnahme
dieser Art dar, die es je gegeben hat. Nach
übereinstimmenden Einschätzungen der Experten des
Finanzministeriums, der Zigarettenindustrie und eines unabhängigen
Forschungsinstitutes wird der Markt daraufhin um
bis zu 30 % einbrechen. „Man
hat
scheinbar total vergessen, wie viel Beschäftigte von dem Verkauf
der Tabakwaren
leben.“ Die
Verkaufsstellen von Tabakwaren (außer dem Zigarettenautomaten)
setzen sich wie folgt zusammen:
Bedingt
durch die zweistufige Antiterrorsteuer (01.01.2002 und 01.01.2003),
jeweils 1 Cent je Zigarette zuzüglich Mehrwertsteuer mussten diese
Verkaufspunkte schon einen Ertragsverlust von 3,3 % ihres Umsatzes
verkraften. Der
Tabakwarenumsatz einer normalen Tankstelle beträgt € 350.000,--.
Bei einem Ertragsverlust in Höhe von 3,3% ergibt sich ein Verlust
in Höhe von € 11.500,-- pro Jahr. Bei
all diesen Verkaufsstellen außer Teilen des Lebensmittelhandels
handelt es sich um mittelständische Unternehmen. Überzogene
Tabaksteuererhöhung gefährdet Existenzen Erleidet
der Tabakwarengroßhandel und Tabakwareneinzelhandel durch diese
überzogene Steuererhöhung nun einen Umsatzverlust von 30%,
zieht ein solcher Marktrückgang eine Vielzahl von Konkursen
insbesondere im Einzelhandel nach sich, was bis zu 30.000
Arbeitsplätze kosten kann. In
besonderem Maße wäre von den jetzt beschlossenen
Steuererhöhungen auch der mittelständisch strukturierte
Tabakwarengroßhandel, der zugleich die etwa 800.000
Zigarettenautomaten betreibt, betroffen. Als Folge der beiden
Tabaksteueranhebungen vom 01.01.02 und 01.01.03 zur Finanzierung der
Terrorbekämpfung sind seine Nettomargen bis heute bereits um etwa
25% eingebrochen. Bei
weiteren Margen- oder Absatzkürzungen geht es bei den
Fachhandelsbetrieben also um die Existenz, da sie nicht, wie die
internationalen Hersteller auf andere internationale Märkte (wie
z.B. Luxemburg, Polen, Ungarn, etc.; s. Karte) ausweichen können. Die
Tabakbranche selbst ist bereit, einen Beitrag zur Lösung der
Finanzprobleme zu leisten und hat ein Modell entwickelt,
das bei moderateren Steuererhöhungen mindestens gleich viel,
möglicherweise sogar mehr an Tabaksteueraufkommen erwirtschaftet.
Dies liegt daran, dass durch die Schonung der Bemessungsgrundlage der
niedrigere Anstieg der Steuerbelastung kompensiert oder sogar
überkompensiert wird. Dieses Modell geht von 1
Cent zusätzlicher Steuer für Zigaretten aus. Aus
Erfahrungen anderer Märkte weiß man, dass sich die
Konsumenten bei drastischen Steuererhöhungen zum großen Teil
umorientieren, was insbesondere im Hinblick auf billige
Substitutionsprodukte und die offenen Grenzen für sie ein Leichtes
sein wird. So hat Deutschland ab Mai 2004 1000 km offene Grenzen nach
Osten. Aber
auch
England, das ringsherum durch einen „großen Graben“
geschützt ist, musst
in den letzten Jahren die Erfahrung machen, dass die überzogene
Steuerpolitik zu einem Absatzrückgang von 30 Prozent geführt
hat. Somit ist es leicht vorstellbar, was passiert, wenn die gleiche
Zigarettenschachte in Deutschland für über 4,00 € verkauft
werden muss, in Polen jedoch für 1,60 bis 1,80 € zu bekommen ist. Die
Tabaksteuerbelastung beträgt 2003 10 Cent pro Zigarette
zuzüglich Mehrwertsteuer. Die geplante Steuererhöhung in drei
Schritten von je 1,5 Cent pro Stück Zigarette
(= 4,5 Cent) beträgt somit 45 %. Wir
weisen aber mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass auch das von der
Tabakwirtschaft vorgeschlagene Modell deutliche Spuren in unserer
Branche hinterlassen wird. Es ist also kein Wunschmodell, sondern ein
Schadensbegrenzungsmodell. Zusätzlich
zu der Steuererhöhung hat der Tabakwarengroßhandel
darüber hinaus ein Problem mit den Warenbeständen, die er
vorfinanzieren muss. Es geht hier um enorme Summen. Und die
Finanzierungsprobleme werden noch durch die Vorbereitung
sämtlicher Zigarettenautomaten bis 21.12.2006 für
das Jugendschutzgesetz verstärkt. Wir
haben für Sie im folgenden eine Dokumentation zusammengestellt,
die nach unserer Einschätzung geeignet ist, auf überzeugende
Weise unsere obigen Ausführungen zu belegen: s.
folgende Seite
Keinesfalls wie von Frau
Schmidt veranschlagte 4 Mrd. Euro. Weniger ist
mehr !
Mehr gibt
die Tabaksteuer nicht her ! Ein
Preisschritt
von 60 Cent in drei Schritten a 1 Cent wäre eine wesentlich marktschonendere Vorgehensweise.
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Dieburg,
16.
Juli 2003 Willi
Weber GmbH
& Co. KG Dieselstr.3 64807
Dieburg Tel+49
6071 2092-0 Fax+49
6071 2092-87 info@tabakweber.de Ansprechpartner:
Daniel
Ludwig |
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Beispiel
Tabaksteuererhöhung in Schweden Schweden
erhöhte am 1. Jan 1997 die Tabaksteuer um etwa 25% und am 1.
August 1997 nochmals um 29%. Trotz der riesigen Steuererhöhung
sind die Steuereinnahmen nicht gestiegen. Im Gegenteil durch Schmuggel
und einer Veränderung im Konsumverhalten der Raucher ist das
Steuereinkommen gesunken. Nach
erneuter Senkung der Tabaksteuer ergaben sich 1998 7,2 Milliarden und
1999 6,45 Milliarden, danach blieb es auf diesem Niveau stabil. Quelle:
FAZ
vom 15.04.1998/ eig. Rech. 1998: Wegen Schwarzhandel senkt Schweden
die Tabaksteuer
„Schweden
hat überraschend am 14. April 1998 eine 27%ige Kürzung der
Tabaksteuer bekannt gegeben ..... dies war notwendig um die Woge des
Zigarettenschmuggels –hauptsächlich aus Osteuropa -
einzudämmen .... Ziel war es den Preis einer 20er Packung von SEK
44,5 auf SEK 36 zu senken“ -„Die
Schwedische Überlegung ist einfach. Die organisierte
Kriminalität hatte schnell die Gelegenheit erkannt mit
durchlässiger Grenzen und kräftigen Steuererhöhungen ein
Geschäft zu machen.... Also,
Besteuerung runternehmen, Antischmuggel Maßnahmen
ergreifen und das Ganze sollte sich wieder auspendeln, wenn mehr
Raucher niedrigere Steuern zahlen. Folgen
der Steuererhöhung 1997
1 –
Organisierte Kriminalität Die
Schwedische Zollverwaltung schätzt, dass 39,3 Millionen Zigaretten
in 1997 nach Schweden geschmuggelt wurden. 1995 waren es noch
geschätzte 6,0 Millionen. Ein hoher Zollbeamter gab an, das sich
die Organisierte Kriminalität mehr auf Zigaretten als auf Rauschgift konzentriert, weil der Profit besser und
das Risiko minimal ist. Der
Chef der Schwedischen Zollbehörde (Ulf Larsson) kritisierte die
Regierung, die Folgen der Steuererhöhung im Vorfeld nicht beachtet
zu haben. (Swedish Press) 2 –
Legaler Grenzhandel Der
legale grenzüberschreitende Handel durch einzelne
Konsumenten ist sprunghaft angestiegen. Die Dänische Regierung
rechnete damit zusätzliche DKK 100 Millionen im Jahr 1997 wegen
der Steuererhöhung in Schweden einzunehmen.....In Dänemark
kostete ein Päckchen DKK 30 in Schweden DKK
40. 3 –
Internet Verkäufe Es beginnt ein illegaler
Handel
im Internet.....Dem Verbraucher wird ein legales Geschäft
suggeriert: „Dank
der EU Bestimmungen haben Sie die Möglichkeit Zigaretten zu einem
vernünftigen
Preis in Porugall zu kaufen.......“ 4 –
Enttäuschende Steuereinnahmen Die
Tabaksteuererhöhung in Schweden war ein verlustreiches Unterfangen
für die Schwedische Regierung. Das Schwedische Finanzministerium
teile mit, dass 1997 mit einer Steuermindereinnahme von 900 Millionen
Schwedischen Kronen zu Rechnen ist. (Finanstidningen, 6/11&1997) Dass
eine zu hohe Besteuerung ernste Konsequenzen habe kann wurde bereits
1776 von dem Ökonom Adam Smith erkannt: „Die
hohen Zölle auf Importgüter .......,um dessen Konsum in
Groß Britannien verhindern... haben in
vielen Fällen dazu gedient den Schmuggel zu fördern; und
haben in allen Fällen das Steuereinkommen unter das reduziert, was
moderate Zölle geleistet hätten.“ (Adam Smith: The Wealth
of Nations, 1776) Gleichzeitig
muss hinterfragt werden, ob die Erhöhung der Tabaksteuer den
Konsum gemindert hat. Denn durch die Zunahme des
illegalen Tabakimportes ist es schwieriger geworden den „wirklichen“
Konsum zu ermitteln. Gerade durch den Schwarzmarkt wird vermutet, dass
sich Jugendliche sehr gut Zigaretten besorgen konnten. Ein
Herunterfahren der Tabaksteuererhöhung hat dann aber nicht
notwendig zur Folge, dass alles wieder in den Ursprungzustand
zurück fällt. Der Import Illegaler Ware verbleibt auf einem
höheren Niveau und auch das Konsumverhalten an sich bewegt sich
nicht auf den Ursprung zurück. Alles
in Allem bedeutet dies, dass die Elastizität in Bezug auf
eine Preissenkung nicht so groß ist wie die einer
Preiserhöhung. |
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