Die Bundesgesundheitsministerin will
uns vernichten
Willi Weber: 200 Arbeitsplätze in der Region
wissentlich gefährdet
Dieburg, 23.06.2003
Willi Weber, Inhaber des gleichnamigen
Tabakwarengroßhandelsunternehmens in Dieburg ist schockiert
über die neuen Pläne der Bundesregierung, die nun
tatsächlich die Tabaksteuer erhöhen will - und zwar noch
stärker als zwischenzeitlich bekannt. Statt um insgesamt einen
Euro sollen die Preise nun nach dem Willen der Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt (SPD) insgesamt um rund 1 Euro 50 Cent steigen. Und
dies innerhalb von
nur eineinhalb Jahren.
"Wir müssen unseren bei
teureren Produkten immer teureren Lagerbestand vorfinanzieren. Wir
müssen bis 2006 alle unsere 20.000 Zigarettenautomaten mit der
GeldKarte-Vorrichtung jugendsicher gemacht haben." Weber fragt sich
ernstlich, wie sein Unternehmen dies noch stemmen soll. "Ich habe immer
mehr den Eindruck, die Regierungsfraktionen und insbesondere das
Bundesgesundheitsministerium wollen uns und unsere Branche wissentlich
vernichten."
Dabei ist die Tabaksteuer heute
eine der lukrativsten Einnahemquellen für den Fiskus: Rund 70
Prozent des Zigarettenverkaufspreises wandern derzeit in die
Staatskasse. "Selbstverständlich sind wir mit unseren 200
Mitarbeitern an sich ein kleines Licht. Allerdings wird immer von
Mittelstand gesprochen und wie wichtig wir für die Wirtschaft
unseres Landes seien, und auf einmal werden mit einem Federstrich
deutschlandweit 15.000 Arbeitsplätze gefährdet?"
Statt der Steuereinnahmen wächst der
Schmuggel
Der Gesundheit dient die
Steuerhöhung voraussichtlich wenig. Und mit dem erhofften
großen Gewinn der Steuererhöhung für die Staatskasse
rechnet offenbar nicht einmal Finanzminister Hans Eichel (SPD), der der
Tabaksteuererhöhung bereits von Anfang an sehr zögerlich
gegenüber stand. Auch die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag bremst.
Denn die internationalen Erfahrungen mit Steuererhöhungen,
beispielsweise in Großbritannien zeigt, daß dort seit der
letzten drastischen Steuererhöhung zwar nicht weniger geraucht,
dafür jedoch deutlich mehr geschmuggelt und erheblich mehr illegal
produzierte Markenpiraterie-Ware verkauft wird.
Die Grenzöffnung im
nächsten Jahr nach Polen und in die Tschechische Republik, wo die
Zigaretten nur rund die Hälfte unseres heutigen Zigarettenpreises
kosten, werden hierzu ihr übriges tun. "Allein durch Schmuggel und
Kriminalität ist mit Steuerausfällen von bis zu 2 Milliarden
Euro zu rechnen. Das ist doppelt so viel wie heute", so Peter Lind,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher
Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA), in
dem die regionalen Aufstellerunternehmen organisiert sind.